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Case Study · Datenschutz & Pseudonymisierung

Kundenanfragen mit KI beantworten, ohne Personendaten preiszugeben

Ein Datenschutz-Gateway ersetzt Namen, Nummern und Adressen durch Platzhalter, bevor eine E-Mail zur KI geht, und setzt sie in der Antwort wieder ein. Die KI schreibt den Entwurf, ohne zu wissen, um wen es geht.

Bereich
Datenschutz & sicherer Betrieb
Szenario
Kundendienst eines Schweizer KMU (Demo-Daten)
Technologie
Node.js, Claude API, AES-256-GCM
Bereitstellung
Vertrauenszone in der Schweiz, Freigabe durch Mitarbeitende
Vier Spalten zeigen eine Kunden-E-Mail mit Name, Alter, Adresse, Religion und Telefonnummer, dieselbe E-Mail mit Platzhaltern wie [FRAU_1] und [TELEFON_1], die Antwort der KI mit Platzhaltern und den zurückübersetzten Antwortentwurf. Darunter: 8 erkannte Personendaten, Leck-Prüfung bestanden, 2 ersetzt, 0 Fehler, Entwurf bereit zur Freigabe.
Das Gateway in vier Schritten: Eingang, was die KI sieht, ihre Antwort mit Platzhaltern und der zurückübersetzte Entwurf. Proof of Concept mit Demo-Daten.

Ausgangslage

Im Referenzszenario erhält der Kundendienst eines Schweizer KMU täglich E-Mails, die eine KI vorsortieren und beantworten soll. In diesen Nachrichten stehen Namen, Telefon- und AHV-Nummern, IBAN und Adressen, immer wieder auch Gesundheitsangaben oder religiöse Gründe für einen Terminwunsch. Das Datenschutzgesetz verlangt Datenminimierung und Datenschutz durch Technik, und besonders schützenswerte Daten sollen nicht unnötig zu einem KI-Anbieter gelangen. Gleichzeitig muss die Antwort am Ende wieder korrekt an die richtige Person gehen.

Die Lösung

andyou hat ein Datenschutz-Gateway gebaut, das zwischen Postfach und KI sitzt. Es erkennt Personendaten zweistufig: Muster mit Prüfziffern für AHV-Nummer, IBAN und Schweizer Telefonnummern, dazu Regeln für Namen aus Anrede, Signatur und Absender. Alle Schreibweisen einer Person erhalten denselben Platzhalter, das Geschlecht bleibt für die Anrede erhalten. Das Alter wird zur Spanne, Religion und Gesundheit erreichen die KI nur als Kategorie. Die Zuordnungstabelle liegt verschlüsselt in der Schweiz und läuft ab. Nach der KI setzt das Gateway die Originalwerte wieder ein, auch wenn die Antwort gestreamt wird.

Ablauf: Postfach oder Ticketsystem liefert die E-Mail mit Personendaten an die Vertrauenszone Schweiz (Erkennen, Ersetzen, Leck-Prüfung, Zuordnungstabelle mit AES-256, Rückübersetzen, Prüfen). Nur Platzhalter gehen an das KI-Modell (Claude, Azure CH oder eigenes Modell); der Entwurf mit Originalwerten geht an eine Mitarbeiterin, die prüft und versendet.
Architektur: Erkennung, Zuordnungstabelle und Rückübersetzung bleiben in der Schweizer Vertrauenszone. Die KI sieht nur Platzhalter.
Tabelle pro Datentyp: Name wird zu [FRAU_1], Telefon und E-Mail zu [TELEFON_1], AHV und IBAN zu [AHV_1] mit Prüfziffer, Adresse zu [ADRESSE_1], Alter 37 zu 30–39 Jahre, Religion und Gesundheit zu [RELIGION_1]; Beträge und Termine bleiben unverändert.
Behandlung pro Datentyp: pseudonymisieren, verallgemeinern oder nur als Kategorie übermitteln.

Sicherheit & Kontrollen

Bevor ein Text zur KI geht, prüft eine zweite, unabhängige Kontrolle, ob noch ein Originalwert oder eine Nummer darin steht. Dann wird nichts gesendet. Auf dem Rückweg erkennt das Gateway, wenn die KI einen Platzhalter erfindet oder eine Anrede nicht zum Geschlecht passt, und markiert den Entwurf zur Prüfung. Zitierte ältere Nachrichten werden gar nicht erst übermittelt. Protokolliert werden nur Datentypen und Zähler, nie Klartext. Jeder Entwurf wird von einer Mitarbeiterin freigegeben.

Vier Kontrollen: Leck-Prüfung vor dem Versand (bestanden), erfundene Platzhalter (zur Prüfung), falsche Anrede (zur Prüfung) und Audit-Log nur mit Typen und Zählern (aktiv).
Vier Kontrollen sichern Hin- und Rückweg ab.
Eine KI-Antwort mit abgewandelten Platzhaltern wird zurückübersetzt: Name und Telefonnummer werden eingesetzt, der erfundene Platzhalter [FRAU_7] bleibt markiert, und der Entwurf geht zur Prüfung.
Die Rückübersetzung toleriert Abwandlungen der KI und meldet Auffälligkeiten.

Ergebnis und Kosten

Im Test mit zehn Schweizer E-Mails aus Versicherung, Spitex, HR, Treuhand, Gemeinde, Bank, Handel, Verwaltung und Kanzlei erkannte das Gateway 65 von 66 Personendaten. Übersehen wurde ein Name ohne Anrede in einem bewusst schwierigen Grenzfall; dafür ist im Projekt ein zusätzliches lokales Erkennungsmodell vorgesehen. Alle Platzhalter wurden korrekt zurückübersetzt. Die Erkennung braucht kein Sprachmodell, läuft in deutlich unter einer Millisekunde pro E-Mail und verursacht keine zusätzlichen KI-Kosten. 13 automatisierte Tests sichern Erkennung, Verschlüsselung, Streaming und Freigabe ab.

65 von 66 Personendaten erkannt (98,5 Prozent): Name 20 von 21, Adresse und Ort 14 von 14, Telefon 7 von 7, Gesundheit 6 von 6, Religion 4 von 4, AHV und IBAN 6 von 6, E-Mail 3 von 3, Alter und Geburtsdatum 5 von 5.
Erkannte Personendaten pro Typ in zehn Test-E-Mails, gemessen im Proof of Concept (Demo-Daten).
Zusatzaufwand pro E-Mail: Rechenzeit unter 1 ms (Median 0,05 ms), KI-Kosten CHF 0, Textlänge minus 5 Prozent, weil Platzhalter kürzer sind.
Zusatzaufwand des Gateways pro E-Mail, gemessen im Proof of Concept auf einem Laptop.

Technik in Kürze

Das Gateway ist eine schlanke Node.js-Anwendung ohne externe Dienste für die Erkennung. Die Zuordnungstabelle wird mit AES-256-GCM verschlüsselt und läuft nach einer festgelegten Zeit ab. Als KI ist Claude über die Anthropic API angebunden; je nach Risikoklasse lässt sich ein Modell in der Schweiz oder auf eigener Infrastruktur einsetzen. Für den Produktivbetrieb kommen ein lokales Erkennungsmodell für Namen, die Anbindung an Microsoft 365 oder das Ticketsystem und ein Schlüssel im Key-Management dazu.

  • Node.js
  • Claude API
  • AES-256-GCM
  • Regex + Prüfziffern
  • Streaming
  • revDSG
  • Hosting Schweiz
  • Freigabe durch Menschen

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