Case Study · Eigener MCP-Server
Störungsdiagnose per KI: Servicewissen aus vier Systemen
- Bereich
- Systeme & Wissen
- Szenario
- Maschinenbau-KMU, Ostschweiz (Demo-Daten)
- Technologie
- Model Context Protocol, Node.js
- Bereitstellung
- Hosting in der Schweiz, Login über Microsoft Entra ID

Ausgangslage
In unserem Referenzszenario betreut ein Ostschweizer Maschinenbauer Verpackungs- und Abfüllanlagen bei Kunden in der ganzen Schweiz. Meldet eine Anlage eine Störung, sucht der Servicetechniker die Informationen in vier Systemen zusammen: Fehlermeldungen und Messwerte in der Fernwartung, frühere Einsätze in der Servicedatenbank, Ersatzteile und Preise im ERP, Reaktionszeiten im Servicevertrag. Das dauert, gerade nachts oder für neue Mitarbeitende. Gleichzeitig soll ein KI-Assistent nur eingeführt werden, wenn Kundendaten geschützt bleiben und niemand der KI einen Generalschlüssel zu ERP und Fernwartung gibt. Für die eingesetzte Branchensoftware gibt es keinen fertigen MCP-Server.
Die Lösung
andyou hat einen eigenen MCP-Server entwickelt, der die vier Systeme hinter sechs fachlichen Werkzeugen bündelt. Statt Rohdaten weiterzureichen, beantwortet jedes Werkzeug eine konkrete Servicefrage. Das Lagebild verdichtet 24 Stunden Messwerte auf Trend, Tiefst- und Höchstwert und Toleranzverletzungen. Die Diagnose gewichtet mögliche Ursachen nach Fehlerhandbuch, aktuellen Messwerten und gleichen Fällen in der ganzen Flotte und liefert Prüfschritt, Ersatzteil mit Lagerort und Kosten gemäss Servicevertrag. Weil MCP ein offener Standard ist, funktioniert derselbe Server in Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot.


Sicherheit & Datenschutz
Der Server gibt der KI nur, was sie für die Aufgabe braucht. Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Kundenkontakten verlassen das System nie. Techniker sehen keine Preise, der Innendienst schon; die Rolle ergibt sich aus dem Login, nicht aus der Anfrage. Kundenmeldungen können versteckte Anweisungen enthalten. Der Server markiert sie deshalb ausdrücklich als Daten und gibt Kontaktdaten auch dann nicht heraus, wenn eine Meldung danach verlangt. Einsätze legt die KI nur als Entwurf an, nach ausdrücklicher Bestätigung. Jeder Aufruf wird protokolliert.


Ergebnis und Kosten
Die Diagnose, für die bisher vier Systeme geöffnet wurden, steht nach einer Frage bereit. Weil die Werkzeuge verdichten statt Rohdaten weiterzureichen, liest das Sprachmodell pro Diagnose rund 940 statt 71'600 Tokens. Das senkt die KI-Kosten um 99 Prozent: bei 600 Diagnosen im Monat von rund CHF 103 auf CHF 1.40. Der grössere Hebel liegt beim Kunden: weniger Zeit bis zur richtigen Diagnose und damit kürzere Stillstände. Der Proof of Concept ist mit acht automatisierten Tests abgesichert, unter anderem für Datenschutz, Rollen und Freigaben.


Technik in Kürze
Der Server nutzt das offizielle MCP-SDK auf Node.js und läuft wahlweise lokal oder als zustandsloser Remote-Dienst über Streamable HTTP. Für den Betrieb ist ein Gateway mit Anmeldung über Microsoft Entra ID vorgesehen, gehostet in der Schweiz. Die Datenanbindung ist an einer Stelle gekapselt: Im Kundenprojekt wird sie mit Fernwartung (OPC UA), Servicedatenbank und ERP verbunden. Werkzeuge, Regeln und Tests bleiben unverändert.
- Model Context Protocol
- Node.js
- MCP SDK
- Zod
- Streamable HTTP
- OAuth · Entra ID
- Hosting Schweiz
- Claude · ChatGPT · Copilot
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